Home Affen-ABC Gorilla (Westlicher)

Aussehen

Gorillas zählen zu den größten, stärksten und schwersten Affen. Und das sieht man ihnen auch an! Mit ihrem breiten Brustkasten, ihrem muskulösen Hals und ihren langen muskulösen Armen, sind sie echte Kraftpakete. Gorillas haben schwarzes Fell. Wenn die Männchen geschlechtsreif werden, färbt sich ihr Fell am Rücken und an den Beinen silbergrau. Nicht umsonst, nennt man sie auch „Silberrücken“. Gorillas zählen zu den (großen) Menschenaffen, genau so wie Orang-Utans, Bonobos und Schimpansen. Daher ähneln sie in vielen Dingen dem Menschen, aber es gibt natürlich auch Unterschiede. Gorillas laufen zum Beispiel auf ihren Vorder- und Hinterbeinen. Um genau zu sein: auf den Fingerknöcheln. Die Knochen in den Händen und Handgelenken sind extra dafür ausgelegt. Man erkennt Gorillas auch an ihrem dicken Bauch. Diesen haben sie nicht, weil sie schwanger sind, sondern weil ihr Darm besonders lang ist. Diesen benötigen sie, um die großen Mengen pflanzlicher Nahrung zu verdauen.

Lebensraum

Die Westlichen Gorillas sind im tropischen Regenwald Zentralafrikas beheimatet. Das ist ein großes Verbreitungsgebiet, daher bewohnen sie verschiedene Lebensräume. Neben dem tropischen Regenwald findet man sie auch im Flachland und in Sumpfwäldern.

Lebensweise

Sie leben in Gruppen von 5 bis 20 Tieren. Innerhalb der Gruppe hat ein ausgewachsenes Männchen (der Silberrücken) das Sagen. Er lebt zusammen mit seinen Frauen und ihren Jungtieren in einer Gruppe. Diese Gruppenstruktur nennt man „Harem“. Der Gorillaanführer sorgt für Ruhe in der Gruppe. Er beschützt die Gruppenmitglieder und bestimmt, wo die Gruppe hingeht beispielsweise, wenn die Gorillas auf der Suche nach Essen sind (,womit sie einen Großteil des Tages beschäftigt sind.) Die Weibchen verlassen ihre Geburtsgruppe kurz bevor sie ausgewachsen sind. Dann schließen sie sich einer neuen Haremsgruppe an. Die Männchen verlassen ihre Geburtsgruppe um alleine zu leben, während sie nach einer neuen Haremsgruppe suchen, oder sie schließen sich vorrübergehend einer sogenannten „Bachelorgruppe“ an, welche allein aus Männchen besteht. Diese Gruppe besteht oft aus einem Silberrücken und einer Anzahl junger Männchen, die sogenannten „blackbacks“. Ganz selten passiert es auch, dass ein männliches Jungtier in der Geburtsgruppe bleibt, aber das ist abhängig von der Toleranz seines Vaters.

Verhalten

Gorillas sind sehr ruhige und freundliche Tiere. Sie geben oft ein leises, summendes Geräusch von sich. Damit zeigen sie, dass sie zufrieden sind. Aber Gorillas können auch schreien und kreischen. Das passiert beispielsweise dann, wenn sie einander verloren haben, Angst haben oder kämpfen. Der Silberrücken gebraucht diese Art der Kommunikation nicht oft. Denn allein durch seine Haltung oder durch das Betrachten eines anderen Tieres hält er die Gruppe unter Kontrolle. Manchmal muss aber auch ein Silberrücken in Aktion treten. Wenn es Ärger unter den Weibchen gibt, lässt er es die Weibchen meist selbst regeln. Es kommt aber auch vor, dass er einem Weibchen einen korrigierenden Schlag verpasst. Sehr beeindruckend ist es, wenn der Silberrücken auf seiner Brust trommelt. Das tut er zum Beispiel, um einen anderen Silberrücken zu beeindrucken. Er rennt auf den anderen zu, zeigt, wie stark er ist, indem er Büsche und Bäume auf dem Weg umstößt und trommelt mit seinen flachen Händen auf seiner Brust herum. Dieses Geräusch wird durch den Hohlraum in seiner Brust verstärkt und man kann es bis zu einer Entfernung von zwei Kilometern noch hören! Übrigens trommeln Gorillas auch noch zu anderen Anlässen auf ihrer Brust herum. Zum Beispiel, wenn sie spielen möchten, sich gegenseitig herausfordern oder damit angeben wollen.

Fortpflanzung 

Gorillaweibchen werden mit ungefähr acht Jahren geschlechtsreif. Ihr erstes Junges bekommen sie im Alter von etwa zehn Jahren. Die Geburt findet in den meisten Fällen nachts statt. Direkt nach der Geburt ruht sich die Mutter für ein paar Stunden aus und zieht dann am nächsten Tag, wie gewohnt mit der Gruppe weiter. Das frischgeborene Jungtier ist noch ganz klein und wiegt grade einmal zwei Kilo. Die Jungtiere halten sich mit ihren Händen und Füßen am Fell ihrer Mutter fest. Die Mütter tragen die Jungen zuerst an ihrem Bauch und später auf dem Rücken, manchmal halten sie die Jungtiere auch nur mit einem Arm oder Bein fest. Gorillas trinken ungefähr vier bis fünf Jahre lang Milch von ihrer Mutter. Die jungen Gorillas erkennt man in den ersten Jahren an dem weißen Fellbüschel an ihrem Hinterteil. Dieses Fellbüschel signalisiert den anderen in der Gruppe auf das Jungtier Rücksicht zu nehmen. Es bedeutet so viel wie: „Ich bin noch jung und darf alles.“ Das weiße Fellbüschel verschwindet mit der Pubertät, also mit etwa fünf oder sechs Jahren. Dann müssen auch die jungen Gorillas sich an die Regeln und die Rangordnung in der Gruppe halten. Die Männchen sind bereits recht früh geschlechtsreif. Aber erst mit 18 Jahren sind sie vollständig ausgewachsen und erwachsen. Zwischen ihrem 12. und 18. Lebensjahr verdoppeln sie ihr Gewicht. Alle männlichen Gorillas bekommen dann auch das charakteristische, silbergraue Fell.

Situation in der Wildnis 

Westliche Gorillas sind vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum wird immer weiter durch Landgewinnung verkleinert. Hinzu kommt, dass Gorillas auch für ihr Fleisch gejagt werden (Bushmeat). Kriegsgewalt und der beispielhafte Ausbruch des Ebola-Virus stellen weitere Gefahren für die Gorillas in der Wildnis dar.

In Apenheul

In 2018 kam ein neuer Silberrücken nach Apenheul: Bao Bao aus dem Taipei Zoo in Taiwan. Das Europäische Zuchtprogramm für Westliche Gorillas hatte beschlossen, dass er der Nachfolger von dem früheren Gorillaanführer Jambo wird. Jambo zog 2018 in einen anderen Tierpark um, wo er seiner Rolle als Anführer weiterhin nachkommt.

In Apenheul leben die Gorillas auf der größten Gorilla-Insel der Welt, die sie sich mit den Vollbartmeerkatzen teilen.

Zuchtprogramm 

Apenheul koordiniert das Europäische Zuchtprogramm (EEP) für Westliche Gorillas. In Zusammenarbeit mit anderen Tierparks sorgt der Affenpark dafür, dass eine genetisch gesunde und demografisch stabile Population von Gorillas in Tierparks erhalten bleibt.