Das Öl, das aus den Früchten der Ölpalme gewonnen wird, ist das meistgenutzte Pflanzenöl der Welt. Es befindet sich in einem Großteil der Produkte unseres täglichen Bedarfs: Lebensmittel, Kosmetik und sogar Reinigungsmittel enthalten Palmöl – und die Nachfrage steigt. Vor allem in Indonesien müssen immer größere Flächen des Regenwalds Palmölplantagen weichen. Das hat einschneidende Folgen für das Klima und die Artenvielfalt. Tiere sterben aus, weil ihr Lebensraum zerstört wird, zudem führt der Anbau von Palmöl zu Erosionen und der Verschmutzung des Grundwassers. Es werden nicht einmal zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, die die örtliche Bevölkerung eigentlich dringend benötigt.

Keine einfache Lösung

Es ist nicht einfach, für dieses Problem eine gute Lösung zu finden. Der Boykott von Palmöl macht nämlich keinen Sinn. Viel zu viele Menschen sind von der Palmöl-Industrie abhängig, außerdem ist die Nachfrage immens. Der Ertrag pro Hektar ist bei Palmöl viel größer als bei anderen pflanzlichen Ölen. Wenn die Palmölproduktion komplett gestoppt würde, dann würde die Nachfrage nach anderen Ölen steigen. Das Problem würde sich auf diese Weise nur verschieben und sogar vergrößern.

Verantwortungsbewusster Umgang mit Palmöl

Es gibt deutlich bessere und effizientere Produktionsmöglichkeiten, die nicht auf Kosten der Tiere oder der Natur gehen. So besteht beispielsweise für nachhaltig erzeugtes Palmöl ein Siegel, das der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (Round Table for Sustainable Palmoil, RSPO) entwickelt hat. Der RSPO hat Regeln für die Produktion von Palmöl aufgestellt, die für die Vergabe des Labels eingehalten werden müssen. Es ist wichtig, dass die Nachfrage nach verantwortungsbewusst erzeugtem Palmöl steigt. Darauf haben wir als Konsumenten einen gewissen Einfluss, indem wir zertifiziertes Öl kaufen.

Was können wir tun?

Ob in einem Produkt vertretbares Palmöl enthalten ist, ist an dem RSPO-Label erkennbar:

 

Viele Betriebe verzichten jedoch, u.a. aufgrund der geringen Mengen an Palmöl in ihren Produkten, darauf, das Logo abzubilden. Natürlich ist eine weitere Möglichkeit, sich im Supermarkt oder Restaurant selbst zu erkundigen, ob Produkte nachhaltiges Palmöl enthalten. Auch Produzenten und Lieferanten können mit einer entsprechenden E-Mail angesprochen werden.

Was machen wir in Apenheul?

Wir klären unsere Besucher während der Präsentationen bei den Orang-Utans (auf Niederlandisch) ausführlich über die Palmölproblematik auf. Auf dem „Apenboompad“ (wo sich der Regenwald interaktiv erleben lässt) erfahren Besucher, wie sie die Wälder schützen können. Ab 2019 wollen wir ausschließlich Gerichte mit nachhaltigem Palmöl servieren. Wir sind beim Einkauf von Produkten sehr kritisch und stellen sämtlichen Lieferanten die Frage, ob sie nachhaltiges Palmöl verwenden bzw. regen sie dazu an, dies zu tun. Es ist eine schwierige Aufgabe, alles richtig  zu machen. Wenn Sie also Verbesserungswürdiges in unserem Zoo bemerken, lassen Sie es uns gerne wissen!